|
Ein langer Weg...
...es war im September als ich mich entschloss, mir ein drittes Chinchilla zuzulegen. Lange brauchte ich nicht
suchen, in diversen Tierforen waren genug, die ein neues Zuhause suchten. Ich hatte die Qual der Wahl. Zum
Schluss habe ich mich entschieden für eine Chinchilladame, ca. 2 Jahre alt, zahm und kuschelt gerne und
Schutzvertrag war auch dabei. Außerdem hat sie innerhalb kurzer Zeit schon zwei Partner verloren und sucht jetzt
endlich ein Zuhause, wo sie bleiben kann. Schließlich hat sie schon einmal ihren Besitzer gewechselt. Mutter war sie
angeblich auch schon einmal, allerdings wurde ihr Baby von einer anderen Chindame tot gebissen. So war das Tier inseriert, das mit dem Baby erfuhr ich erst beim Abholen.
An einem Freitag haben wir sie dann abgeholt. Das Chin war in einem fürchterlich dunklen Raum untergebracht, wo
gerade mal eine Glühbirne von der Decke hing. Das kleine Fenster im Raum brachte nicht viel Licht. Ihre damalige
Besitzerin sagte, dass sie schon 2 Wochen keinen Auslauf hatte! Ich war froh sie da rauszuholen. Eigentlich sah sie
gut aus. Sie war groß, wohlgenährt, noch bisschen scheu aber ansonsten gleich eine ganz liebe! Einzig worüber ich
nachdachte waren die kleinen Kotkügelchen. Die waren extrem klein. Als die Besitzerin aber sagte, dass das Tier
keine Pellets frisst, sondern nur Spezialfutter für Chins, dachte ich, es kommt wahrscheinlich davon. Ich habe aber
gleich gesagt, dass ich das Tier auf Pellets umgewöhnen möchte. Schutzvertrag haben wir dann auch ausgefüllt, da
war das Tier dann schon plötzlich 2-4 Jahre, aber eigentlich spielte es eh keine Rolle für mich, ob sie nun 2 oder 4 Jahre alt ist. Ich war nur froh,
dass sie bei mir ist und nun eine gute Pflege erhalten würde.
Schon nach 2 Tagen bei mir daheim fielen mir die ersten Probleme auf. Sie war sehr still und saß nur in einer Ecke. Am Tag an dem wir sie
holten war sie noch so lebendig. Jetzt wirkte sie kraftlos und krank. Gefressen hatte sie auch nichts und getrunken auch nicht. Ich dachte, sie
hat wohl wegen der Umstellung ins neue Zuhause soviel Kummer. Ich wollte ihr noch Zeit geben sich einzugewöhnen. Auch der erste Auslauf
war keine Freude für sie. Sie saß nur in einer Ecke und rührte sich nicht. Nach ein paar Tagen ohne Veränderung war klar: Hier stimmt war
nicht, das Tier ist nicht gesund. Da waren auch noch diese kleinen Kotkügelchen und fressen wollte sie noch immer nicht. Aufgefallen ist mir
auch, dass sie ihr Fell so leicht verlor. Sie hatte schon kleine Löcher im Fell. Gebadet hat sie seid sie bei mir war noch nie. Außerdem hatte sie
mittlerweile abgenommen (habe sie am Tag als wir sie geholt haben abgewogen).
Ja und so fuhren wir einen langen Weg zum Tierarzt. Eine Tierklinik, spezialisiert auf Kleintiere. Ich wollte unbedingt dort hinfahren, weil man
immer wieder gehört hatte, dass sie toll sei und die sich dort gut auskennen. Na ja, also die Tierärztin, die meine Maus behandelte, wirkte nicht
gerade sehr freundlich aber gut. Auf alle Fälle wurde sie dort gewogen, das lose Fall wurde rausfrisiert aus dem Fell und die Zähne wurden
angeschaut. Die Ärztin sagte, die Zähne sind in Ordnung. Dann bekam sie eine Narkose und es ging zum Röntgen. Danach stellte die Ärztin
die Narkose, das Tier hätte Verstopfung und wir müssen die Ernährung umstellen (was ich sowieso vor hatte). Wir haben dann noch so
dickflüssige Tropfen bekommen, die man ihr zweimal täglich direkt ins Maulchen geben musste. Wie uns befohlen so haben wir auch alles gemacht.
Von Veränderung war allerdings auch trotz des Medikaments nichts zu sehen. Sie hat weiterhin nichts
getrunken bzw. nur sehr wenig und mit dem Essen klappte es auch nicht. Und die kleinen Kotkügelchen waren
die selben wie immer. Wir dachten jeden Tag das sie eine innere Krankheit hatte und sterben könnte.
Ein paar Tage später rief mich meine Mutter in der Arbeit an und teilte mir mit, sie war gerade mit dem
Chinchilla beim Tierarzt. Der Arzt hatte nicht sehr viel Erfahrung mit Chinchillas und so wurde leider auch noch
nach alter Methode gearbeitet, als sie eine Narkose bekam. Die Narkose war die erste Spritze, dann bekam
sie noch eine Vitaminspritze und noch eine dritte für die riesige Entzündung im Mund!! Meine Prinzessin hatte
tatsächlich längst überlange Zähne, die sich oben und unten schon ins Fleisch gebohrt hatten und eine große
Entzündung gebracht haben!! Ich konnte es nicht glauben, vor ein paar Tagen war ich doch mit ihr in der Tierklinik und da sagte man, die Zähne
sind in Ordnung! Was für ein Fehldiagnose! Was hätte man dem Tier doch alles ersparen können, hätte man das Problem gleich gesehen!!
Nach zwei Stunden ist sie dann schön langsam von der Narkose aufgewacht. Sie brauchte ca. 2 Tage, bis sie sich erholt hatte von dem ganzen.
Ca. 3 Wochen später ging es erneut zum Tierarzt. Wieder hatte sie abgenommen. Und es waren wieder die Zähne! Diesmal nur die unteren.
Leider wieder eine Spritze und Vollnarkose. Dieses mal brauchte sie viel länger, bis sie aufwachte aus der Narkose. Danach war sie wieder 2
bis 3 Tage ziemlich durcheinander. Das war unser letzter Tierarztbesuch ...
Obwohl der Tierarzt sicher nicht geeignet war und keinerlei Erfahrung mit Chins hatte, war doch er es, der ihr am meisten helfen konnte. Denn
nach unserem zweiten Besuch bei ihm ging es langsam aber sicher wieder bergauf mit ihr. Meine Versuche, das Tier auf Pellets umzustellen,
schlugen zwar zu 90% fehl aber ich schaffte es, dass sie Heu fraß und einen kleinen Teil der Pellets. Ihre Hauptnahrung besteht allerdings aus
einem Chinchilla Spezialfutter. Mit Pellets alleine könnte ich nie den Nahrungsbedarf decken, den das Tier braucht. Mit der Zeit fand sie auch
ihre Freude an der Sandbadewanne, woraufhin sich ihr Fell natürlich sichtlich besserte. Auch Auslauf machte wieder Spass!
... und Prinzessin heute? Eine kleine freche Maus ist aus ihr geworden. Sie ist sehr gern unter
Menschen und läuft einem hinterher wie eine Hundewelpe. Man muss aufpassen, sie nicht mal zu treten, weil sie ist immer hinter einem her. Sie ist ein sehr aufgewecktes Chinchilla geworden und
kann es täglich kaum erwarten, bis endlich die Käfigtür aufgemacht wird und sie ihren Auslauf machen kann. Für Streiche ist sie natürlich auch zu haben, die Fernbedienung hat mittlerweile dank
Prinzessin ein paar Knöpfe weniger Thema fressen: Sie ist eine Naschkatze! Sie sieht sehr gesund aus, hat ein sehr schönes Fell bekommen und worauf wir besonders stolz sind: Von
mageren 360 Gramm (Anfangsgewicht war 496!! Gramm) hat sie sich mittlerweile auf stolze 440 Gramm gefressen. Sie nimmt sehr langsam zu, aber es funktioniert. Jedes mal abwiegen hat sie
wieder ein paar Gramm mehr.
Nur manchmal ist sie noch traurig und das sieht man ihr an. Dann hat sie so einen traurigen trostlosen Gesichtsausdruck. Nämlich, sie lebt
(noch) allein! Meine beiden anderen Chins wollen sie leider nicht. Aber bald ist ihr Glück perfekt. Sie bekommt einen Freund zum spielen! Das
habe ich ihr versprochen und das wird auch gemacht. Wahrscheinlich wird es im Mai soweit sein. Bis dorthin wird sie das noch schaffen
schließlich ist sie sehr tapfer und sie hat es schon einmal geschafft diesen schweren Weg zu gehen. Und wir sind alle heilfroh, dass es endlich vorbei ist und dass es ihr wieder gut geht! ...
Anbei möchte ich noch sagen, wie wichtig es ist, sein Tier zu beobachten und beim kleinsten Anzeichen sofort zu reagieren. Dieses Beispiel
zeigt, wie schnell es gehen kann, wenn ein Tier krank ist. Vor allem, und das wird leider immer noch sehr unterschätzt, ist es so wichtig, ein Tier
richtig zu ernähren. Mein Beispiel zeigt ganz deutlich die Folgen von jahrelanger falscher Ernährung. Wenn dann Jahre später endlich jemand
das Tier bekommt, der sich auch auskennt damit und versucht zu retten, was noch zu retten ist, kann vieles schon zu spät sein! Ich bitte daher
alle, die das jetzt lesen, aus Liebe zu ihren Tieren, sich immer seine Gedanken darüber zu machen und alles ernst zu nehmen. Informieren Sie
sich, bevor Sie sich ein Tier zulegen über die richtige Haltung und Ernährung. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie einen erfahren Züchter
oder guten Tierarzt. Wenn Sie meinen, alles zu wissen und diese Hilfe nicht benötigen, unterschätzen sie keinesfalls die Folgen, die aus Unwissen und oft Sturheit der Besitzer entstehen können! ... DORIS und PRINZESSIN
|
|
Die Knabberstange brachte fast den Tod!
Ich bemerkte, dass mein eines Chinchillaweibchen (Yang Lai) nicht mehr richtig fraß und immer mehr ab nahm. Der TA kürzte ihr daher die Zähne ein wenig (Mo 28.08.00). Sie begann jedoch nicht zu fressen
und nahm weiter ab. Da sie einen gespannten Bauch hatte, wurde am 30.08.00 eine Kotuntersuchung (wurde sogar noch weg geschickt, um sicher zu gehen) gemacht. In der Zwischenzeit bekam sie ein
Antibiotikum. Das Ergebnis der Untersuchung war jedoch negativ. Ihre Kegel sahen eigentlich normal aus und munter war sie auch. Eine Blutuntersuchung (Mo 04.09.00) ergab nur einen leicht erhöhten
Zuckerwert. Eine Röntgenaufnahme (08.09.00) ergab: Magen voll, Darm leer! Also gab es Papajasaft als Abführmittel und Sab Simplex gegen die Blähungen. Außerdem noch Bird Bene Bac, um die Verdauung
anzuregen. Am Mo 18.09.00 wurden die Zähne noch einmal gekürzt. Das alles hat jedoch nicht viel gebracht. Sie nahm immer weiter ab und war schon von 816g auf 580g runter. Ihre Kegel sahen
eigentlich normal aus und munter war sie auch. Am Do 21.09.00 hatte sie dann einen Appetitanreger gespritzt bekommen, doch falls es sich nicht besserte, sollte sie am Dienstag aufgemacht werden.
Getrunken hatte sie bis Sonntag von alleine, dann musste ich ihr auch Flüssigkeit mit der Spritze einflößen.
Am Mo 25.09.00 waren wir mit der Kleinen in die Tierklinik gefahren. Zuvor habe ich alles aufgeschrieben, was bis dahin schon
gemacht wurde. Als erstes wurde dann der Kopf geröntgt und siehe da, wir wurden fündig. Sie hatte so etwas wie eine Klammer vom Tacker im Unterkiefer. Sie saß genau unter der Zunge in Zahnnähe.
Natürlich wurde sie gleich entfernt und somit auch ein Grund gefunden warum, sie absolut nichts gefressen hatte.

Seit Montag trank sie wieder, aber fressen tat sie immer noch nicht. Daher waren wir am Mittwoch wieder da und sie bekam ein Schmerzmittel, damit sie endlich wider anfängt zu fressen.
Es war keine normale Tackerklammer, sie war länger und schmaler als die üblichen Klammern. Ich habe als erstes vermutet, dass die Klammer aus ihrem Häuschen
stammt, da diese ja auch manchmal mit solchen Klammern zusammengetackert sind . Bei ihrem Haus bin ich jedoch nicht fündig geworden.
Jetzt habe ich den wahren Übeltäter entdeckt. Die Klammer
stammt aus der Knabberstange eines bekannten Futtermittelherstellers. Damit wird der Draht zum Festklammern befestigt. Nadine
|