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Kastration

Lassen Sie eine Kastration NUR durchführen, wenn Sie keine andere Möglichkeit sehen, denn Kastrationen verlaufen schnell tödlich. Sehr wenige Tierärzte kennen sich leider nur mit Chinchillas aus. Daher ist es vorher äußerst ratsam, sich zu erkundigen, wo ein Chinchilla-erfahrener Tierarzt praktiziert. Außerdem muss das Chinchilla zum Zeitpunkt der Kastration vollkommen gesund sein, da es sonst zu weiteren Schwierigkeiten kommen kann. Achten Sie bitte auch auf die Nakoseart. Eine Mischung aus Sauerstoff und Lachgas eignet sich fürs Chinchilla am ehesten, da sie ca. 15 min nach dem Eingriff bereits wieder aus der Nakose erwachen und ihr Herz-Kreislaufsystem diese Art leichter verkraftet.

Wie funktioniert eine Kastration?
Erfahrungen haben gezeigt, das es besser ist das Chinchilla-Böckchen zu kastrieren. Ein weibliches Tier sollte nur, wenn dringende Gründe vorliegen, kastriert werden. Das kann z. B. ein Kaiserschnitt oder Veränderungen der Gebärmutter sein.

Männliche Tiere können auf zwei unterschiedliche Arten kastriert werden, nämlich mit der offenen und mit der bedeckten Kastration. Da die Hoden des Chinchilla-Böckchens, wenn sie auf dem Rücken liegen eventuell in die Bauchhöhle "rutschen", müssen sie oft vor Beginn der Operation zurück in den Hodensack massiert werden.

Die bedeckte Kastration: Nach Aufschneiden des Hodensacks wird der Processus vaginales (Ausstülpung des Bauchfells im Hodensack, in dem der Hoden liegt) mit der Blutversorgung und dem Samenstrang zusammen abgebunden. Danach kann die Haut mit ein paar Einzelheften wieder verschlossen werden.

Wird bei dieser Art der Kastration der Faden, der die Blutgefäße abklemmt, nicht fest genug angezogen oder er verrutscht, was leicht vorkommen kann, kann es zu Nachblutungen kommen, was Nachteil dieser Art ist.

Die offene Kastration: Bei ihr wird der Processus vaginales geöffnet und Samenstrang und Blutversorgung werden einzeln nacheinander abgebunden. Bei dieser Art ist es unbedingt notwendig den Processus vaginales mit einer Naht zu verschließen. Wird dies nicht getan, könnte es zu einem Darmvorfall in den Hodensack kommen. Auch diese Methode hat einen Nachteil, da bei ihr die Bauchhöhle etwas geöffnet werden muss.

Nach der Operation sollte die Wunde regelmäßig, bzw. täglich kontrolliert werden. Auch ist zu raten, dem Chinchillas ein bis zwei Tage kein Sandbad zu gewähren, da unbedingt verhindert werden muss, dass Sand in die frische Narbe gelangt. Außerdem ist beobachtet worden, das Chinchillas versuchen sich die Fäden selber zu ziehen, doch auch das muss natürlich vermieden werden.

Ist der Bereich der Wunde gerötet oder stark angeschwollen, sollte das Chinchilla sofort zum Tierarzt gebracht werden.
Sandra

LESERFRAGEN ZUM THEMA

Leider ist vor ca. 2,5 Jahren eines meiner 1999 geborenen Chinchilla-Böckchen gestorben. Die beiden waren Geschwister aus dem selben Wurf und ein Herz und eine Seele bis sie ca 2 Jahre alt waren. Plötzlich kam es immer wieder zu Kämpfen. Ich habe die Situation wohl unterschätzt, denn ich habe die Beiden nicht getrennt. Als ich eines Tages nach Hause kam, hatte einer der Beiden meinen Fehler mit dem Leben bezahlt. Seitdem ist mein Gizmo allein. Leider habe ich nicht so viel Zeit für ihn, wie ich mir eigentlich wünsche und so denke ich schon sehr lange darüber nach, seinem Einzelgänger-Dasein ein Ende zu bereiten. Schließlich hat er noch ein paar Jährchen vor sich und Chinchillas sind ziemlich gesellige Tierchen. Doch wie soll ich das machen? Die einzige Möglichkeit wäre wohl, ein Weibchen dazuzusetzen. Da ich auf keinen Fall Nachwuchs riskieren möchte, müsste er jedoch vorher kastriert werden. Das wiederum soll ja ziemlich riskant sein. Was meint ihr, sollte ich die Operation riskieren, damit er nicht allein ist?
Über die Kosten einer Kastration können wir dich nicht aufklären, wohl aber über die Risiken. Eine Kastration ist ein schwerwiegender Eingriff, den leider ca. 70 % der Böckchen nicht überleben. Viele sterben an Narkosekomplikationen, bzw. an deren "Nachwehen" (fangen nicht wieder an zu fressen). Außerdem gibt es häufiger Probleme bei der Wundheilung, oder sie kommen anschließend mit ihrem geänderten Status (vom Mann zum Neutrum) nicht klar und geben sich auf. Und dann, selbst wenn dein Bock das alles überstehen würde - wer garantiert dir dann, dass das mit einem Weibchen funktioniert bzw. besser funktioniert, wie z.B. mit einem jungen Böckchen? Nur weil dein Chin einmal seinen Partner zerpflückt hat, heißt das nicht, dass das mit jedem anderen männlichen Gefährten passieren muss, bzw. ist nicht gesagt, dass das nicht auch mit einem Weibchen passieren könnte. Unabhängig vom Geschlecht kommt es immer mal wieder vor, das sich langjährige Partner nicht mehr vertragen. Ich musste auch schon ein Pärchen trennen, welches von klein an ca. 6 Jahre friedlich zusammen gelebt hat, und von heute auf morgen haben sie sich bis aufs Blut zerstritten. Böckchen die wirklich nur mit Weibchen klar kommen, gibt es selten - und da ist dann hauptsächlich ein übersteigerter Geschlechtstrieb dran "schuld". Ich würde daher an deiner Stelle eine Kastration aus der Liste der Möglichkeiten streichen und - wenn kein Nachwuchs gewünscht ist - mich auf ein junges Böckchen fixieren. Vielleicht hast du die Möglichkeit und kannst mit deinem Süßen zu einem Hobbyzüchter, bei dem du mehrere Böckchen zur Auswahl mit ihm Laufen lassen kannst. Dann kannst du gleich sehen, ob die Chemie passt. Der Züchter ist dir, bestimmt gerne bei der Auswahl eines geeigneten Böckchens behilflich, wenn er die Vorgeschichte kennt. Und sollte das mit einem Böckchen nicht klappen (bitte MEHRERE Versuche!!!!!), besteht immer noch die Möglichkeit, das du zwei junge Böckchen in einen Käfig neben deinen Racker stellst - das ist zwar kein vollwertiger Partner-Ersatz, aber zumindest hat er dann Gesellschaft in Sicht- und Hörweite. Dieser Kompromiss ist immer noch besser als eine Kastration "auf Verdacht".
Angi

Ich habe vor 6 Tagen mein Chinchilla-Männchen kastrieren lassen, weil sie jetzt schonmal Nachwuchs bekommen haben. Wir haben die Babys behalten und möchten jetzt keinen Nachwuchs mehr. Jetzt meine Frage: Er ist seit der OP so anders als vorher. Kann es denn sein, dass er noch Schmerzen hat? Oder ist es ein psyschiches Problem? Er war immer so munter und aufgeweckt. Jetzt sitzt er nur in der Ecke und schläft auch ziemlich viel. Vorher war es so, dass man nicht ins Zimmer gehen konnte, ohne das er direkt ans Gitter gesprungen kam. Ich muss wohl dazu sagen, wir haben auch einen neuen Käfig gebaut. Viel größer und viel besser für die Tierchen. Aber kann es denn auch sein, dass er zu viel für ihn war?
Normal ist, dass sich die Böckchen danach im Wesen verändern können, normal ist, denke ich, auch, dass er noch etwas duselig nach dem Eingriff ist. Ich hoffe, sie haben ihn mit Lachgas gemacht?! Normal ist auch, wenn er schon mit sich alleine im Moment zu tun hat (OP, Narkose, Veränderung) und dann noch ein neuer Käfig gleichzeitig hinzukommt, sprich für ihn eine fremde Umgebung, wäre mir persönlich als Chinchilla auch nur noch alles zu viel. Gebe ihm bitte Zeit, sich an alle neuen Umstände zu gewöhnen, er braucht diese jetzt. Sei für ihn da, dass er nicht das Gefühl hat, alleine auf der Welt zu sein. Dann wird er sich auch schnell an alle neuen Umstände gewöhnen können. Ob er Schmerzen hat? Frisst er denn und trinkt normal? Das wird nämlich sehr gerne "vergessen", wenn ein Tier Schmerzen hat. Wenn Du Dir gar nicht sicher darüber bist, suche lieber noch einmal den Tierarzt auf. So musst Du Dich nicht mit diesen Gedanken quälen und gehst auf Nr. Sicher.
KerstinK

Wir haben unseren Bock kastrieren lassen. Wie lange danach ist er noch zeugungsfähig?
Bei der Frage, wie lange ein Böckchen nach der Kastration noch zeugungsfähig ist, scheiden sich die Geister. Zwischen ca. 2 - 3 Tage und 4 Wochen habe ich schon alles gehört. Da ich selbst Kastrationen absolut ablehne, habe ich auch keine praktischen Erfahrungen auf diesem Gebiet, ich denke aber, dass du die beiden wieder zusammen lassen kannst, sobald seine Wunde richtig verheilt ist und er nicht mehr steril sitzen muss. Das dauert ja sowieso so ca. 2 Wochen und wenn dann noch irgendwelche Restspermien am Leben sind, ist es doch recht unwahrscheinlich, dass genau in diesen letzten Tagen "was passiert". Oder weißt du genau, wann dein Weibchen hitzig ist? Dann halte sie auf jeden Fall bis nach ihrer nächsten Hitze getrennt, dann bis du auf jeden Fall auf der sicheren Seite (wenn nicht schon vor der Kastration was passiert ist).
Angi

Ich habe meinen Bock kastrieren lassen, das war vor 4 Tagen. Die Wunde sieht sehr gut aus, nur habe ich jetzt das Problem, dass er nichts mehr frisst und sehr oft mit den Zähnen knirscht. Des Weiteren rennt er wie verrückt im Käfig herum, aber schläft auch viel. Ich hatte m und w getrennt. Woran liegt dieses komische Verhalten, besonders das mit dem Fressen??? Mit dem Gebiss hat er keine Probleme, vor der OP hat er gefressen wie ein Weltmeister.
Die Appetitlosigkeit kommt von der Narkose und verfliegt früher oder später wieder. Sollte sie länger als 1 Tag andauern, solltest du ihn mit Brei (aufgeweichte Pellets + Alete Vollkornbrei) zwangsfüttern, damit der Darm nicht leer läuft.

Das Zähneknirschen ist auch ein Zeichen dafür, dass er sich unwohl fühlt. Ist vermutlich auch eine Nachwirkung der Narkose und vergeht wieder. Evtl. hat er auch Schmerzen.

Das viele Schlafen kommt auch noch von der OP (Narkose), ebenso sein nervöses Verhalten (Stress). Beides gibt sich mit der Zeit. Sobald die Wunde abgeheilt ist und auch das Restsperma nichts mehr bewirken kann (2 - 4 Wochen), kannst du ihn wieder zu seinem Weibchen setzen (wenn sie ihn noch akzeptiert). Das hilft ihm, sein Gleichgewicht wieder zu finden.
Angi

Mein vierjähriger Bock wurde gestern kastriert. Er ist heute immer noch schlapp und verweigert jegliche Nahrung. Gestern konnte ich ihm wenigstens noch ein paar Leckerchen anbieten. Habe Angst, dass er nicht mehr lange überlebt. Der Tierarzt hat ihm heute noch eine Appetit anregende Spritze gegeben.Hat aber auch nicht sehr viel geholfen. Womit kann ich ihn noch ködern ????
Du musst ihn unbedingt sofort zwangsernähren. Bereits 10 Stunden ohne Nahrungsaufnahme können für einen Dauerausscheider (Chin) tödlich sein, da der Darm leer läuft, zusammen fällt und verklebt. Löse sofort Pellets in Wasser auf und füttere ihn damit mit einer Spritze. Zur besseren Akzeptanz (und damit es leichter durch die Spritze geht) kannst du ihm unter die aufgeweichten Pellets auch etwas Alete Vollkornbrei Apfel - Banane oder Apfel - Karotte mischen. Und besorg dir beim Tierarzt Bird Bene Bac. Davon bekommt er 2x täglich einen Klecks (1/2 Haselnuss) um die Darmflora zu reparieren. Wenn der Darm wieder gefüllt ist und die Verdauung wieder einwandfrei läuft, wird er auch wieder anfangen zu fressen, so lange musst du ihn füttern - alle 4 Stunden, Tag und Nacht, mind. 30 ml Brei in 24 Stunden.
Angi

Am 2. April ist unser 1 Jahre alter Chinchilla kastriert worden. 2 Wochen später bildete sich ein großes "Ei" im Hodenbereich. Die Tierklinik hat es geöffnet und festgestellt, dass 2 Abszesse dort waren. Wir müssen nun täglich zur Klinik und der Arzt reinigt durch eine Öffnung die beiden Abszesse mit Jod. Kann es vorkommen, dass sich der Eiter nach der OP bildet oder hat die Klinik gepfuscht? Wie sehen die Heilungschancen aus, reicht es aus nur mit Jod zu behandeln?
Es kann sein, dass sich nach einer Operation Eiter bildet, wenn das OP-Feld nicht absolut steril war oder wenn anschließend Dreck in die Wunde gelangen konnte (z.B. Benagen, schmutzige Sitzbretter, Einstreu nicht gründlich genug aus dem Käfig entfernt, ....). Ich lasse meinen Chins deswegen nach einer OP immer Antibiotika spritzen und nehmen auch noch welches mit nach Hause, das ich ihnen dann noch 5 Tage lang oral verabreiche. Mit Infektionen hatte ich so noch nie Probleme. Ich würde an deiner Stelle auch auf ein Antibiotika bestehen, empfehlen kann ich dir Baytril 2,5 %, da es sehr gut verträglich ist. Die Dosierung ist abhängig vom Gewicht, ein Tier mit  500 g bekommt 2 x täglich 0,1 ml. Da das Antibiotika auch die Darmflora schädigt, solltest du ihm zusätzlich Bird Bene Bac geben, und achte darauf, dass er ausreichend frißt und kötelt.

Wie die Heilungschancen stehen, kann ich nicht sagen. Eine Kastration ist beim Chin immer sehr gefährlich, 70 % aller Tiere sterben bei der Narkose, anschließender Freßunlust, Problemen bei der Wundheilung oder psychischen Problemen. Die Narkose hat er ja scheinbar gut überstanden und fressen tut er offensichtlich auch, aber das ist erst die halbe Miete. Ich drücke die Daumen, dass du mit Antibiotika die Entzündung in den Griff bekommst und dass er anschließend auch keine seelischen Probleme mit seinem geänderten Status bekommt.
Angi

Wir haben ein "kleines" Problem! Als unser Weibchen letzte Woche Nachwuchs bekam, trennten wir den Bock von ihr und ließen ihn kastrieren. (Da sie schon das zweite Mal geworfen hat!) Diese Prozedur hat er ganz gut überstanden, aber nun gibt es das Problem. Wir wollten sie gestern nun wieder zusammen lassen, aber das Weibchen greift ihn an! (auch außerhalb des Käfigs). Was sollen wir nun tun? Die zwei Käfige stehen nebeneinander, aber sie beachten sich gar nicht, obwohl wir sie schon seit 2 Jahren haben.
Dass euer Weibchen das Böckchen nicht mehr akzeptiert, kann dreierlei Ursachen haben.

1. Er ist noch von der OP geschwächt und noch nicht 100 % fit. Um sich und ihren Nachwuchs zu schützen, verjagt sie ihn. Das ist eine instinktive Handlung, denn in freier Wildbahn ist eine Familiengruppe immer so verletzlich, wie das schwächste Tier in der Gruppe. Kränkliche Tiere werden verstoßen. Das Problem erledigt sich von alleine, sobald er sich wieder erholt hat. Wartet einfach ab.

2. Er riecht noch zu sehr nach Narkotika, Desinfektionsmittel, andere Tiere, fremde Menschen, .... Sie erkennt ihn einfach nicht und vertreibt den fremden Eindringling. Auch dieses Problem löst sich mit der Zeit von alleine, denn sein Eigengeruch kommt nach und nach wieder durch.

3. Sie akzeptiert ihn nicht mehr in ihrer Familie, da er durch die Kastration nicht mehr als Böckchen (wichtig für Nachwuchs), sondern als unwichtiges und überflüssiges Neutrum angesehen wird. Es kann sein, dass sie ihre Meinung nach dem Verkauf der Babys ändert, da sie ja dann wieder alleine ist - und auch ein Neutrum kann ihr Gesellschaft leisten. Es kann aber auch sein, dass dies dann dauerhaft so bleibt. Ihr könnt dann versuchen, sie sehr behutsam und mit viel Geduld wieder neu zu verpaaren.

Also - wartet ein paar Tage ab, bis er wieder völlig fit ist und wieder "normal" riecht (dauert ca. 4 Wochen), dann könnt ihr sie noch mal zusammen laufen lassen. Wenn sie dann wieder auf ihn los geht, müsst ihr sie getrennt halten, bis in 12 Wochen die Babys weg sind, und dann einfach immer wieder versuchen.
Angi

Wir haben zwei Chinchillas die kürzlich Junge bekamen. Aus diesem Grund haben wir das männliche Tier kastrieren lassen. Ihm geht es soweit wieder gut, nur sie versucht ständig, das Böckchen zu vertreiben. Sie greift ihn bei jeder Gelegenheit an. Zuvor waren die zwei ein inniges Paar, die nicht von der Seite des anderen gewichen sind. Wie bekommen wir die beiden wieder zusammen?
Durch die Kastration hat das Böckchen seinen Eigengeruch verloren, er riecht nicht mehr nach Mann, sondern ist ein Neutrum. Warum also sollte ihn das Weibchen noch in der Gruppe akzeptieren? Er kann ihren Bedürfnissen nicht nachkommen, und neutrale Gesellschaft hat sie ja schon - nämlich ihre Babys. Und die riechen wenigstens nach ihr. Das Verhalten Ihres Weibchens ist ein beinahe schon typisches Verhalten für eine Mama mit Kindern, zu denen ein Fremder gesetzt werden soll. Sie will ihre Babys vor dem Eindringling beschützen, das ist Instinkt. Und das Böckchen ist jetzt ein Fremder für sie, sie erkennt ihn nicht als Papa ihrer Kinder, denn die Gerüche von Desinfektionsmittel & Co überlagert auch den alten Familiengeruch.
Was haben Sie denn mit dem Nachwuchs geplant? Abgeben oder behalten? Und welches Geschlecht haben die Babys? Dementsprechend, wie ihre Antworten ausfallen, kann ich Ihnen vielleicht ein oder zwei Alternativen benennen, was Sie jetzt noch machen können.
(Anmerkung des Webmasters: Leider wurden uns diese Fragen nicht mehr beantwortet.)
Angi

Ich habe 3 Chins gehalten, 2 Weibchen (Halbschwestern, gleiches Alter) und ein Böckcken. Ich habe 2 grosse Käfige, die immer durch ein Rohr miteinander verbunden waren, so dass die Chins hin und herlaufen konnten. Beide Käfige sind jeweils ca. 90 cm breit und 120 cm hoch - so hatten sie ziemlich viel Platz und Abwechslung. Anfang März stellte sich dann der erste Nachwuchs ein. Die drei erwachsenen Chins haben sich alle zusammen um diesen gekümmert, besonders das andere Weibchen, dass dann eine Woche später auch ein Baby bekommen hat. Alles war super, bis vor ca. 6 Wochen, da waren die Babies so ungefähr 6 Wochen alt. Plötzlich hat das eine Weibchen das andere durch den Käfig gejagt. Das gejagte Weibchen hatte schreckliche Angst (es ist auch viel zierlicher, asl das andere) und hat sein halbes Fell abgeworfen. Deshalb habe ich die Tiere getrennt. Mittlerweile habe ich 2 Babies vermittelt und ich frage mich, ob ich die Tiere wohl wieder zusammen bringen kann. Der Bock sitzt jetzt bei dem großen Weibchen und das kleine Weibchen sitzt mit ihrem Baby zusammen.Da ich festgestellt habe, dass es total schwer ist, den Nachwuchs unterzubringen (habe eine Zeitungsannonce aufgegeben Zettel im Tiergeschäft ausgelegt, diverse Anzeigen auf Chinchilla-Homepages gestartet usw.) denke ich jetzt schon über eine Kastration des Böckchens nach. Kann auch nicht 3 Käfige in meiner Wohnung aufstellen, am liebsten wäre mir, wenn es wieder so sein könnte wie früher, wenn alle nämlich wieder zusammen in ihren 2 Käfigen sein könnten und ich mir nicht immer solche Sorgen machen müßte, ob ich den Nachwuchs gut unterbringen kann. Der nächste Nachwuchs steht auch schon wieder an, das Weibchen, dass bei dem Bock sitzt ist jetzt schon total dick, obwohl es noch fast einen Monat daueren müßte bis zur Geburt. Ich befürchte, dass es dieses Mal noch mehr werden als 2 Babies...Kannst Du mir einen Tip geben? Ich würde ja ein Böckchen behalten und es mit dem Papa zusammsetzen, aber ich habe gehört, dass Streit gibt, wenn sich irgendwo in der Wohnung auch Weibchen befinden...
Tja ..... wo fange ich an ..... vielleicht beim Thema Kastration. Also - von einer Kastration kann ich dir nur abraten. Das Risiko ist immer noch sehr groß, auch wenn es nur noch selten Komplikationen bei der Narkose gibt. Im Anschluss kommt es oft zu Problemen bei der Wundheilung, oder der Kastrat wird psychisch nicht mit seiner geänderten Stellung in der Gruppe (vom Mann zum Neutrum) fertig. Alles in allem sterben leider immer noch knapp 70 % aller Chins, die schon mal gedeckt haben, während oder in den ersten 3 Monaten nach einer Kastration. Und selbst wenn er es überlebt, es gibt dann keine Garantie dafür, das eines der Weibchen ihn noch akzeptiert (er wird nicht mehr als Familienmitglied erkannt, da er anders riecht), bzw. das er dann nicht von seiner Partnerin regelmäßig während ihrer Hitze "zerpflückt" wird und du sie trotzdem trennen musst. Da würde ich schon eher ein Babyböckchen behalten und die beiden Männer getrennt setzen. Natürlich kann es da auch Zoff geben und du musst trennen, aber zumindest ist diese Variante nicht lebensgefährlich.

Nun zu deinen Weibchen - leider kommt es bei Polygamhaltung oft vor, dass es Zoff wegen der Babys gibt. Damit muss man immer rechnen, wenn man diese Art der Haltung betreibt. Ob sich die Weibchen jemals wieder vertragen ist fraglich, hängt stark vom Charakter der Tiere ab. Hattest du sie seitdem schon mal zusammen im Auslauf? Wenn nicht, dann versuche es mal, am besten in einem Raum, den Beide nicht kennen. Dann siehst du gleich, wie sie reagieren. Wenn sie sich abgeregt haben, wird alles friedlich verlaufen und du kannst es versuchen, ob sie auch wieder zusammen wohnen wollen (Käfig vorher gründlich reinigen und mit Essig Geruch neutralisieren). Wenn das eine Weibchen aber gleich wieder auf die Andere los geht, dann vergiss es. Dann wirst du dich wohl oder übel an einen dritten Käfig gewöhnen müssen. Dann wird das kleinere Weibchen wohl mit ihrer Tochter separat sitzen bleiben (oder ist es ein Sohn? - dann braucht sie eine andere Freundin), und das größere Weibchen darf eine ihrer nächsten Töchter "behalten". Oder du sagst von vorn herein, das wirklich nicht mehr als 2 Käfige gehen, dann bleibt alles wie gehabt - und du musst eben mit gelegentlichem Nachwuchs von dem einen Weibchen leben. Gute Plätze zu finden ist gar nicht so schwer, man muss sich nur rechtzeitig umhören und gelegentlich vielleicht auch mal eine Anzeige schalten.
Angi

Seit 4 Tagen ist unser Krümel (ca. 2 Jahre alt) nun kastriert und er ist von seinem Verhalten fast wieder so wie vorher, nur er frisst fast nichts. Wir haben ihn schon mit Brei (Pellets Karotten und Zwieback, alles püriert) gefüttert, aber er frisst ihn auch nicht wirklich gut. Da ich auch von meiner Tierärztin weiß, dass er eigentlich schon wieder fressen sollte, mache ich mir nun richtig Sorgen um ihn. Was kann ich tun, damit er wieder anfängt selbstständig zu fressen? Ich habe ihn nämlich nach der Kastration "isoliert", damit die anderen Chins nicht auf ihm herumhüpfen.
Nach einer Narkose verweigern viele Chins die Nahrungsaufnahme, egal ob mit oder ohne Gesellschaft. Damit der Darm nicht zusammen fällt und verklebt, ist es dann sehr wirchtig, ihn regelmäßig mit Brei zu füttern. Bewährt hat sich ein Gemisch aus aufgeweichten Pellets 1 : 1 mit Alete Vollkornbrei Apfel-Banane. Durch den Brei wird die Akzeptanz höher, aber zur Not musst du ihn mit einer Spritze regelrecht zwangsernähren. Er sollte alle 6 Stunden mind. 10 ml Brei zu sich nehmen, besser mehr. Wenn du ihm noch zusätzlich helfen willst, dann gib ihm außerdem 2x täglich einen Klecks Bird Bene Bac, das tut der Darmflora gut uns bringt sie in Schwung. Wenn der Darm erst mal wieder gefüllt ist und gut funktioniert, wird dein Süßer bald wieder fressen.

Ob du ihm Gesellschaft gibst oder nicht, hängt von der Reaktion der früheren Mitbewohner ab. Wenn sie ihn wieder akzeptieren und er seine ursprüngliche Stellung in der Gruppe wieder einnehmen kann, kann ihm Gesellschaft sehr helfen. Aber das ist eher unwahrscheinlich, denn leider lehnen die Weibchen ihr Böckchen nach einer Kastration oftmals ab. Bestenfalls ignorieren sie sie, schlimmstenfalls werden sie aus der Gruppe verbissen. So oder so ist das natürlich zusätzlich eine Belastung für das Chin und kann dazu führen, dass er sich aufgibt. Wenn du ihn alleine sitzen läßt, kann es aber auch sein, das er sich aufgibt, selbst wenn du dich mehrere Stunden täglich mit ihm beschäftigst.
Angi

Mein Chinchilla (m) ist vor ca. 4 Monaten kastriert worden. Seitdem geht er, wenn er Auslauf hat, immer bei uns in die Betten und uriniert immer an den gleichen Stellen! Was mache ich am besten dagegen????
Jop, das Problem hatte ich mit meinem Wusel auch. Er war frisch kastriert worden, als ich ihn aus einem Tierheim holte. Ich habe da zwar keine Wundermittelchen auf Lager, aber vielleicht klappt es ja doch. Als erstes nahm ich eine intensive Reinigung seiner beliebten Stellen vor und machte sie für ihn unzugänglich, also stellte dort einfach zusätzlich Sachen drauf oder ließ ihn einfach nicht zu seinen bevorzugten "Pinkelplätzen". Dann habe ich ihn grundsätzlich mit in Räume genommen, wo keine Teppiche usw. lagen, um ihn besser kontrollieren zu können. Ich glaube, mein Wusel hat gegen meine Putzsucht verloren, da sie ja auch bekanntlich feine Nasen haben. Dies hatte allerdings auch so seine 2 Monate gedauert. Was vielleicht auch klappten könnte... stell einfach auf eine dieser Stellen eine flache Schüssel mit Einstreu.
Mandy

Wir haben vor einem Jahr zwei Chinchillas gekauft. Da wir keinen Nachwuchs wollten, haben wir zwei Weibchen gewollt, in der Zoohandlung hat man uns zwei Weibchen verkauft. Vor zwei Monaten haben wir dann ein kleines Chinchilla bekommen und dann war uns klar wir haben ein Pärchen. Um weiteren Nachwuchs zu vermeiden, haben wir das Männchen kastrieren lassen. Unser Weibchen geht plötzlich auf das Männchen los aber komischerweise auch auf das kleine Chinchilla und im Käfig vertragen sich aber Baby und Mama was könnte mit unserem Chinchilla-Weibchen los sein?
Die Kastration des Böckchens war ein guter Entschluß (Trennung wäre besser gewesen, da Kastrationen oft tödlich ausgehen), um weiteren Nachwuchs zu verhindern. Jedoch ist es nach Kastrationen oft so, dass das Weibchen anschließend das Böckchen nicht mehr haben will - entweder auf Dauer, oder zumindest so lange sie noch Babys bei sich hat. Das kommt daher, dass das Böckchen jetzt völlig anders riecht (Neutrum, Narkosemittel, Desinfektionsmittel, Medikamente, fremde Menschen) und sie ihn nicht mehr als Partner und Vater des Babys erkennt. Sie will ihr Heim und ihr Junges vor dem Eindringling schützen. Für das Böckchen ist das natürlich schlimm, denn für ihn hat sich ja nichts geändert, außerdem hat er noch Schmerzen und muss mit seinem neuen Dasein als Neutrum fertig werden. Viele Böckchen stellen in solch einer Situation das Fressen ein und sterben. Achtet also in nächster Zeit gut auf die aufgenommene Nahrungsmenge, die Verdauung und sein Gewicht. Wenn ihr das Baby bei der Mama lassen wollt (vorausgesetzt es ist ein Mädchen, einen Bub müsstet ihr nach Erreichen der Geschlechtsreife auch kastrieren lassen und hättet das gleiche Problem), dann ist es fraglich, ob ihr euer Pärchen jemals wieder zusammen bringen könnt. Ein langsamer Versuche wäre es sicherlich wert, sobald das Baby kein Baby mehr ist, also im Alter von ca. 12 - 16 Wochen. Wenn das Baby mit 12 Wochen von der Mama weg kommt (bitte gebt es in gleichgeschlechtliche Haltung ab, die Eltern könnten Geschwister sein!) und beide Chinnies alleine sitzen, stehen die Chancen etwas besser, denn dann fühlt sich auch das Weibchen alleine. So oder so ist es nur ein Versuch! Dazu stellt ihr die Käfige täglich etwas dichter zusammen, so dass gerade noch Ruhe herrscht. Wenn sie friedlich Gitter an Gitter stehen, können sie gemeinsam Auslauf bekommen, und nach dem Auslauf kommen sie jeden Tag in das Käfig des anderen. Durch das tägliche hin und her tauschen (Futternapf und Sandbad bleiben natürlich) vereinheitlicht sich der Geruch, und evtl. vertragen sie sich dann auch wieder innerhalb des Käfigs. Das Tempo bestimmen natürlich die Chins, denn sobald auch nur eine leichte Aggression auftritt, müsst ihr einen Gang zurück schalten. Ihr müsst euch aber auch darauf gefasst machen, dass euer Weibchen trotz monatelanger Tauscherei das Böckchen nicht mehr akzeptiert, weil sie lieber alleine bleibt, bevor sie sich mit einem Neutrum zufrieden gibt, das ihre Bedürfnisse nicht mehr erfüllen kann.

Dass das Weibchen beim Freilauf auch auf ihr Baby los geht, geht übrigens nicht gegen das Baby persönlich. Sie steigert sich in ihren Wahn, ihr Gebiet verteidigen zu müssen, so hinein, dass sie auf alles los geht, was sich bewegt. Wenn ihr nicht wollt, dass sie im Affekt irgendwann das Baby tot beisst, lasst ihr sie nicht mehr zusammenlaufen, so lange das Baby noch so klein ist, und später dann nur ohne dass das Junge dabei ist.
Angi