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Krankheiten II

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN ÜBER KRANKHEITEN BEIM CHINCHILLA FINDEN SIE AUßERDEM AUF DEN SEITEN DER www.CHINCHILLA-HOMEPAGE.de

Giardien

Vitamin-B-Mangel - Krämpfigkeit

Proteus (Schmutzkeim)

Blasensand

Mastitis

Untersuchungsbilder Blasensand

GIARDIEN

Was sind Giardien?
Giardien sind weltweit verbreitete parasitisch lebende, einzellige Mikroorganismen, die sich im Dünndarm von Mensch und Tier ansiedeln können und dort über Jahre hinweg leben, ohne dass sie beim Wirt Krankheitssymptome verursachen. Somit bekommen sie die Chance im Darm des Wirtes zu verweilen, sich dort unbemerkt zu vermehren und sich später auf andere Wirte auszubreiten. Giardien sind dabei nicht streng wirtsspezifisch, d.h. sie können auf jegliche Tierarten und auch auf den Menschen übertragen werden. Umgekehrt genauso.

Die Infektion erfolgt dabei auf dem fäko-oralem Weg mittels so genannter Zysten, die entweder von Lebewesen zu Lebewesen, über „verseuchtes“ Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen werden können (s. Abbildung). Giardien gehören in geringen Maßen zu der natürlichen Darmflora vieler Tier - und Haustierarten. Ob sie allerdings auch auf natürlicher Weise die Darmflora der Chinchillas besiedeln, ist noch stark umstritten. In der Literatur finden sich keine Hinweise, jedoch befürworten einige Tierärzte die Theorie, dass auch bei Chinchillas eine gewisse Anzahl von Giardien normal sind.

Wie verbreiten sich die Giardien?
Um eine Vermehrung  innerhalb des Wirtes und eine Verbreitung von Wirt zu Wirt zu garantieren, haben sie sich die Giardien ein ausgeklügeltes System „ausgedacht“. Sie durchlaufen im Darm verschiedene Entwicklungsstufen. Dabei unterscheidet man zwischen den begeißelten vegetativen Zellen, Trophozoiten genannt und deren viel kleineren Zysten.

Die Vermehrung der Giardien im Darm erfolgt mittels Zweiteilung der vegetativen Zellen. Sie besiedeln die Darmschleimhaut des Dünndarmes und sind außerhalb des Wirtes nicht überlebensfähig. Deswegen bilden sie die so genannten Zysten, die mit dem Kot ausgeschieden werden und für die Verbreitung der Giardien außerhalb des Wirtes verantwortlich sind. Diese Zysten besitzen eine strapazierfähige Hülle und können in der Umwelt (außerhalb des Wirtes) bis zu 3 Wochen überleben. Im kühlen Wasser (ca. 8°c) sogar bis zu 3 Monaten. Allerdings sind sie nicht sehr hitzestabil, sprich bei einer Temperatur ab 60° C wird die Hülle zerstört und somit die infektiöse Aktivität der Zyste inaktiviert.

Diese produzierten Zysten werden permanent mit den Kot ausgeschieden und verteilen sich  im Käfig (Äste / Bretter / Einstreu) und im Auslaufgebiet der Chinchillas. So können sie durch die orale Aufnahme in einen neues Tier gelangen oder das selbe Chinchilla immer wieder auf ´s neue infizieren.

Haben die Zysten den Weg in einen neuen oder denselben Wirt gefunden, bilden sich daraus im Laufe des Entwicklungszyklus der Giardien wieder neue teilungsfähige vegetativen Zellen, die wiederum die infektiösen Zysten bilden.

Welche Krankheiten verursachen Giardien?
Giardien sind als möglicherweise krankmachende Erreger anzusehen. Das heißt, solange Mensch und Tier gesund sind und über ein intaktes Immunsystem verfügen, richten die Parasiten im Körper keinen Schaden an und es kommt demnach auch zu keinen ersichtlichen Krankheitssymptomen. Die Immunabwehr hält die Giardien also in Schach und verhindert so eine krankmachende Ausbreitung im Körper. Aber Achtung: die ansteckenden Zysten werden trotzdem in dieser Zeit von dem Wirt ausgeschieden.

Sind Mensch und Tier durch eine andere Krankheit „gebeutelt“ und/oder werden durch äußere Einflüsse großen Stress ausgesetzt, wird auch das Immunsystem geschwächt. Die Giardien nutzen dann die Chance sich explosionsartig im Darm zu vermehren. Damit werden sie für Tier und Mensch krankmachend.

Beim Chinchilla  kommt es zunächst zu relativ leichten, periodisch auftretenden Durchfällen, (oftmals weicher, aber noch geformter Kot), die durch die Gabe von hartem Brot und Laktobazillen (Bene Bac /Omniflora N/ Hylak Plus) schnell wieder abklingen. Unbehandelt kann es im Laufe der Zeit zu Resorptionsstörungen, zu Entzündungen an den Darmschleimhäuten, sowie zu anderer morphologischen Veränderungen an den Verdauungsorganen kommen. Das Chinchilla wird innerlich zunehmend geschwächt, es verliert an Gewicht und die Gefahr von Sekundärinfektionen durch Bakterien erhöht sich um ein Vielfaches.

Treten also immer wiederkehrende, unspezifische Durchfälle beim Chinchilla auf, sollte mittels Kotprobe auf Giardien und zusätzlich auch auf andere mögliche Ursachen (Bakterien / Pilze / andere Parasiten), die diese Durchfälle auslösen können, untersucht werden. Dafür sammelt man am Abend frischen Kot (15-20 Köttel reichen) der Chinchillas ein. Entweder von jedem Tier einzeln oder eine Sammelprobe mehrerer Tiere pro Käfig. Der Kot sollte dann am besten in Haushaltsfolie gewickelt werden, damit er über Nacht nicht austrocknet. Diese Probe kann dann über den Tierarzt oder in Eigeninitiative direkt in ein entsprechendes Labor geschickt werden. Bitte immer mit dem Vermerk, dass auch auf Giardien getestet werden soll.

Wie werden Giardien festgestellt?
Nachgewiesen werden Giardien zur Zeit mit einem speziellen Test, dem ELISA (enzyme-linked immunosorbent assay). Dieser Test ist relativ aufwendig und wird überwiegend in einem größeren Labor (meist Routinelabor an einer veterinärmedizinischen Uni oder Klinik) durchgeführt. Deswegen auch der Sondervermerk bei Abgabe der Kotproben!!

Bei diesem Test kommt es zu einer Antigen-Antikörper Reaktion. D.h., ist der Wirt mit Giardien infiziert, wird sein Immunsystem auf jeden Fall ganz spezielle Antikörper gegen diesen Parasiten bilden. Diese Antikörper werden aus der Kotprobe isoliert und dann durch die Zugabe der bekannten Parasiten (= Antigene) gebunden. Diese dann zustande kommende Verbindung (Antigen-Antikörper) wird anschließend in diesen Test mit Hilfe spezieller Hilfsmittel (z.B. Enzyme), die diese Verbindung ausfindig machen, sichtbar gemacht.

Da man davon ausgeht das eine geringe Anzahl von Giardien bei den überwiegenden Tieren im Darm vollkommen natürlich ist, arbeitet dieser Test mit einem gewissen Schwellenwert. Das heißt, erst ab einer bestimmten (hohen) Konzentration von gebildeten Antikörpern zeigt der Test ein positives Ergebnis an.

Positiver Giardien – Befund  /  Was nun?
Liegt die Diagnose vor, dass das Chinchilla an Giardien erkrankt ist und es auch die entsprechenden Krankheitsanzeichen zeigt, muss auf jeden Fall mit speziellen Medikamenten behandelt und während dieser Zeit von dem Halter besondere Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Von vielen Tierärzten wird zur Behandlung gegen die Giardien zunächst Panacur® (Wirkstoff: Fenbendazol) empfohlen. Leider kam es bei diesem Wirkstoff in letzter Zeit zunehmend zu Resistenzen und die Behandlungen blieben ohne Erfolg.  Alternative Wirkstoffe sind u. a.  Albendazol (Valbazen®) und Metronidazol.

Aber Achtung: die o. g.  Medikamente darf man weder bei trächtigen Chinchillas im ersten Schwangerschaftsdrittel noch bei Jungtieren anwenden, die nicht mind. 2/3 ihres End-Körpergewichts erreicht haben. Bei Schwangeren riskiert man sonst ein Absterben der Föten und eine daraus resultierende Schwangerschaftsvergiftung oder Missbildung (Fruchtschädigung). Bei zu kleinen Jungtieren drohen Spätschäden wie Knorpelschäden, Unfruchtbarkeit, erhöhtes Krebsrisiko ...

Bitte sprecht zuvor immer die entsprechende Behandlungsmethode mit einem Chin-erfahrenen Tierarzt genau durch. Denn nicht jedes oben genannte Medikament ist für jedes Chinchilla gleich gut geeignet. Dabei ist es auch egal ob es sich um ein trächtiges Chin, Jung – oder Alttier handelt!!

Metronidazol / Erfahrungsbericht:
Bei meinen Chinchillas wurden bei einer Routinekotuntersuchung vor knapp 2 Jahren Giardien festgestellt. Gemeinsam mit meinem Tierarzt habe ich dann, nach einer erfolglosen Panacur-Behandlung, beschlossen mit Metronidazol zu behandeln. Zunächst habe ich es mit Metronidazol Tabletten  (250mg) versucht, was aber absolut fehlgeschlagen ist. Abgesehen davon das die Dosierung mehr als müßig ist, haben meine Chins sich auch mit allen Pfötchen dagegen gesträubt, die in Wasser aufgelösten Tabletten anzunehmen. Im nachhinein habe ich gelesen, das die Tabletten in Verbindung mit Wasser stark aufschäumen und dies wahrscheinlich von den Chinchillas als sehr unangenehm empfunden wird.

Ich habe mir daraufhin bei meinem Tierarzt eine 10% ige Metronidazol Lösung herstellen lassen, die meine Chinchillas ohne Probleme angenommen und auch gut vertragen haben. Mit dieser Form der Metronidazol - Behandlung habe ich persönlich, bzw. meine Chinchillas sehr gute Erfahrungen gemacht. Nebenwirkungen, wie Abgeschlagenheit, große Fressunlust, ungeformten oder zu kleinen Kot konnte ich nicht beobachten.

Von der 10% igen Metronidazol - Lösung bekamen sie 1x täglich  0,1ml pro 500g Körpergewicht (entspricht 20mg / kg Chinchilla = Minimaldosierung für Langzeittherapie bei Nagetieren)  mittels einer 1ml Spritze (ohne Nadel) direkt in das Mäulchen.

Auf Anraten meines TA´s habe ich der täglichen Metro – Ration noch eine winzige Prise Vitamin C (Ascorbinsäure / Apotheke) zugefügt, weil somit wohl der Wirkstoff besser vom Körper aufgenommen und schneller verarbeitet werden kann.

In der Veterinär - medizinischen Fachliteratur wird empfohlen das Metronidazol  40 Tage ohne Unterbrechung zu geben. Weil das Metro aber ein recht starkes Antibiotikum ist, hatte ich etwas Angst das meine Chinchillas dadurch einer zu hohen Dauerbelastung ausgesetzt werden und habe eine Art Kur, welche bisher auch bei der Panacur - Behandlung vorgeschlagen wird, durchgeführt.

Das heißt, meine Chinchillas bekamen zunächst über 7 Tage 1x täglich das Metronidazol. Dann habe ich eine Pause von 10 Tagen eingehalten.Danach habe ich die Behandlung mit Einhaltung der Pause von 10 Tagen noch 2x wiederholt.

Zusätzliche unterstützende Mittel / Medikamente:
Um Entzündungen an den Darmschleimhäuten und/oder Blähungen zu verhindern bzw. einzudämmen habe ich während der 7 Tage Behandlungsphase prophylaktisch noch 1-2x täglich 0,5 ml Saab Simplex® (Apotheke) pro 500g Körpergewicht gegeben.

Um die Darmflora, die ja schon durch die Krankheit und noch zusätzlich durch jede Medikamentengabe beeinträchtigt wird, wieder zu regenerieren bekamen die Chins in den 10 Tagen Pause, und noch einige Tage nach Abschluss der Behandlung, zusätzlich ca. 4-6 Tropfen Hylak Plus® (Laktobazillen / Apotheke) auf 330ml Trinkwasser. Alternativen zum Hylak wären z. B. Bird Bene Bac® oder Omniflora N®. Ich habe mich für das Hylak entschieden, weil es in Tropfen vorliegt und problemlos über das Trinkwasser gegeben werden kann.

Um auch das Immunsystem zu unterstützen – was immer ganz wichtig ist -  habe ich meinen Chins über die gesamte Zeit zusätzlich eine Multivitamin – Lösung  ( z.B. Pitti Multivitamintropfen, 3 – 6 Tropfen auf 330ml Trinkwasser) gegeben.

Nachdem meine Chinchillas die letzte Ration des Medikamentes erhalten hatten, habe ich ca. 1 Woche später eine erneute Kotprobe machen lassen. Diesmal war der Befund negativ und blieb es zum Glück auch bis heute :-)

Ganz wichtig:
Die Medikamente töten nur die empfindlichen, vegetativen Zellen im Darm ab. Die kurz zuvor produzierten Zysten oder die noch in der Wandlung befindlichen Zysten können nicht von den Medikamenten zerstört werden. Die Zysten werden also noch eine zeitlang mit dem Kot ausgeschieden, somit weiterhin in der Umgebung verteilt und können die Chinchillas so durch die orale Aufnahme erneut infizieren. Der Zyklus beginnt von vorne.

Deswegen ist es, egal für welches Medikament man sich letzten Endes entscheidet, sehr wichtig:

- dass die komplette Behandlungszeit eingehalten wird
- dass alle im Käfig vorhandenen Tiere behandelt werden und
- dass bestimmte Hygienemaßnahmen eingehalten werden

Hygienemaßnahmen:
Neben der konsequenten  Medikamentengabe ist also auch die konsequente Hygiene wichtig, um die Verbreitung der infektiösen Zysten so gut wie irgendwie möglich einzudämmen.

Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man die Chins während der Behandlungszeit  in einen relativ kleinen,  aber zumutbaren Käfig umquartieren. Der Käfig sollte gut zu reinigen sein und auch nur einfach, sprich mit ebenfalls gut zu reinigenden Gegenständen eingerichtet sein.

Hat man diese Ausweichmöglichkeit, kann man den gereinigten und gut ausgesaugten Hauptkäfig während der Behandlungszeit einfach leer stehen und ruhen lassen. Die infektiösen Zysten sterben dann, wie zuvor schon berichtet, nach ca. 3 Wochen von alleine ab.

Aber egal ob die Chinchillas nun in einen Ausweichkäfig umquartiert werden oder in ihrem eigentlichen Käfig bleiben; in dem Käfig wo sich die Chinchillas während der Behandlungsphase befinden, ist die tägliche Hygiene besonders wichtig und muss auch wirklich eingehalten werden. Dazu zählt u. a.:

- täglich das Einstreu wechseln
- täglich Bodenschale, Bretter, Äste, Häuschen absaugen (Staubsaugerspitze regelmäßig mit kochendem Wasser abspülen)
- täglich alle beweglichen Gegenstände, insb. Futtergefäße wie Freß - und Heunäpfe, mit kochendem Wasser mind. 5 – 15 Min. gut abspülen (besser auskochen) oder im Backofen bei 150°C kurz ausbacken.

Außerdem sollten die Chinchillas während der gesamten Behandlungszeit keinen Auslauf außerhalb der Käfige bekommen– so schwer es einem auch fällt.

Gerade das Auskochen bzw. Ausbacken ist sehr wirkungsvoll, weil ja die Zysten bei einer längeren Temperatur ab 60°c absterben. Ein guter Grund, weshalb sich auch in der Giardien-Bekämpfung die kleinen Haushaltsdampfgeräte (bekanntes Beispiel ist die Dampfente) bewährt haben. Hat man so ein Gerät zur Hand, sollte man 1 x die Woche zusätzlich den kompletten Käfig, alle beweglichen und insbesondere die nichtbeweglichen Gegenstände damit intensiv abdampfen. Aber Achtung; einmal kurz „drüber dampfen“ reicht nicht aus. Die Hülle der Zysten wird erst nach ein paar Minuten durch die Hitzeeinwirkung zerstört.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis:
Auf den Einsatz jeglicher Desinfektionsmittel, die man bitte sowieso nur auf die gut abwaschbaren Gegenständen in der Umgebung der Chinchillas geben darf und auch nur im Notfall geben sollte, kann bei der Giardien-Bekämpfung getrost verzichtet werden. Denn die Hüllen der Zysten werden dadurch nicht zerstört. Und letzten Endes schadet man den Chinchillas damit mehr, als das man ihnen damit hilft.
Anke K.

Literatur:
Medizinische Mikrobiologie: F.H. Kayser, K.A.Bienz, J. Eckert, J. Lindenmann
Grundriss der Parasitenkunde: H. Mehlhorn, G. Piekarski
Krankheiten der Heimtiere: K. Gabrisch, K. Zwart
Diagnose und Therapie der Parasiten von Haus - , Nutz- , und Heimtieren: H. Mehlhorn, Düwel, Raether

Mastitis

Mastits ist der medizinische Fachausdruck für Brustentzündung, welche sehr schmerzhaft, jedoch rechtzeitig erkannt, leicht zu behandeln ist.

Woher kommt eine Mastits, was sind die grundlegenden Ursachen?

Zu einer Mastits kommt es bei säugenden Weibchen, deren Wurf sehr groß geraten und die Mutter für die Babies nicht genug Milch hat. Ein weiterer Grund kann aber generell veranlagungsbedingter oder gar vererbter Milchmangel oder aber auch Kalziummangel sein.

Die Babies raufen in erster Linie schon recht bald um die Zitzen, saugen und beißen in diese, um satt werden zu können. Durch das Beißen in die Zitzen und möglicherweise um deren Umfeld entsteht die Mastits, wovon auch die Milchdrüsen betroffen sind. Keime gelangen durch die Bisswunden und geraten so in die Blutbahn der Mutter, eine Vergiftung der inneren Organe ist dadurch in schweren Fällen sehr nahe gelegen. Eine im Anfangsstadium befindliche Mastits ist mit Quarkwickel und Garmastan gut zu behandeln. Antibiotika hat bei einer reinen Mastitsbehandlung keine Wirkung, es sei denn, es liegt bereits eine Vergiftung der Organe durch die Keimstreuung vor. In diesem Falle hat eine sofortige Antibiotika-Behandlung eingeleitet zu werden.

Behandlung mit Quarkwickel und Salbe

Speisequark mit möglichst hohem Fettgehalt, Handtuch, lauwarmes Wasser und Küchenrolle

Mehrmals täglich die betroffenen Zitzen und deren Umfeld mit direkt aus dem Kühlschrank entnommenem Quark belegen und ein Handtuch um das Chinchilla wickeln. Der Quark kühlt die Entzündung, hemmt die Schwellung und gibt dem Gewebe Feuchtigkeit und Fett, damit es nicht reißt. Sobald der Quark Körpertemperatur des Chinchillas hat (dies merkt man indem der Quark weich bis flüssig wird), den Quark mit lauwarmen Wasser aus dem Fell waschen und das Chinchilla mit dem Handtuch trocken TUPFEN, nicht reiben, sonder nur zart tupfen. Quarkreste könnten vom Chinchilla und den Babies geleckt werden und schwere Durchfälle könnten entstehen! Anschließend mit der Salbe "Garmastan" (unbedenklich für Menschenbabies und selbst erprobt bei Chinchillas) vorsichtig die Zitzen und ebenfalls das betroffene Umfeld eincremen. Nach Abklingen der Schwellungen, Entzündung und einhergehenden Rötungen die Quarkwickel und Garmastan-behandlung einstellen. Die Salbe erstickt das Fell um die befallenen Stellen und ist nur schwierig aus dem Fell zu waschen.

Die Babies müssen in dieser Zeit von einer Amme oder per Hand aufgezogen werden, sie können bei der Mutter bleiben, sofern soviel zugefüttert wird, das sie nicht an den Zitzen der Mutter zu trinken versuchen. Nach Behandlungsabschluss müssen die Zitzen der Mutter täglich mehrmals kontrolliert werden, da die Babies trotz häufigem und ausgiebigem Zufüttern zur Beruhigung an den Zitzen der Mutter saugen. Sollte die Mastits von Neuem beginnen, ist es besser, die Babies von der Mutter zu trennen.

Meine persönliche Ansicht und persönlicher Rat - ein Weibchen mit Milchmangel sollte von der Zucht ausgeschlossen und ein angenehmes Leben, ohne Mutter werden zu müssen, führen dürfen. Gleichgeschlechtliche Haltung oder kastriertes Böckchen dazusetzen.
Michi

Proteus (Schmutzkeim)

Allgemeine Eigenschaften
Proteae sind weitverbreitet als Schmutzkeim in der Natur (Erdboden, Wasser), wo sie in Fäulnisprozessen eine wesentliche Rolle spielen. Sie kommen ferner bei verschiedenen Tierarten (Nagern, Vögeln, Hunden, Katzen, Wiederkäuern und Schweinen) häufig in der Darmflora vor. Im Darm des Menschen sind sie aber in der Regel, von der Menge her, schwach vertreten. Proteus ist ein gramnegativer (grampositiv*) Bakterienstamm, welcher beim Menschen Harnwegsinfektionen auslösen kann. Medizinisch sind nur wenige Arten von Bedeutung. Proteus mirabilis (als häufigster Erreger) und Proteus vulgaris sind relativ selten ursächlich für Krankheitsgeschehen (Faktorenerkrankungen wie zum Beispiel Stress), verantwortlich ist Proteus für Harnwegsinfektionen bei Hund Katze und Nagetieren.

Morphologische und kulturelle Eigenschaften
Proteae besitzen die allgemeinen Eigenschaften der Enterobacteriaceae. Sie zählen zu den differentialdiagnostisch wichtigsten Keimen in der Salmonella-Diagnostik. Eine charakteristische kulturelle Eigenschaft ist ihr oberflächliches Schwärmen auf gewissen Nährböden unter günstigen Feuchtigkeitsbedingungen.

Infektionen bei verschiedenen Tierarten
Proteae wird nur sporadisch im Zusammenhang mit pathologischen* Zuständen isoliert und zeigen eine natürliche Resistenz gegenüber gewissen Chemotherapeutika.

Behandlung beim Chinchilla
Eine gezielte Behandlung kann aufgrund eines Antibiogrammes eingeleitet werden, wobei beim Chinchilla ist eine sofortige Behandlung nach Ausführung einer Kotprobe nicht angebracht ist, da zuerst die Quelle des Bakteriums gefunden werden muss. Das bedeutet, eine Abklärung ob sich dieser Schmutzkeim lediglich in der Umwelt befindet und so in die Kotprobe gelangt ist, oder ob das Tier den Keim in sich trägt. Hierfür ist eine komplette Untersuchung des jeweiligen Tieres, sowie eine Tupferprobe von Oesophagus* und Anus* notwendig. Proteus ist nicht alleine für Durchfall des Chinchillas verantwortlich, es ist ein Zusammenwirken von geschwächtem Immunsystem, wie z.B. durch Stress, Harnwegsinfekt, etc., welcher die Überproduktion des Keimes zulässt und so den Durchfall entstehen lässt.

Um den Missbrauch von Medikamenten zu unterbinden und den dringend nötigen Weg zum Tierarzt in einer gewissen Weise zu „erzwingen“, wird in diesem Beitrag weder Medikation, noch Behandlungsdauer genannt.

grampositiv
Die Gram-Färbung ist eine Färbung von Bakterien mit dem violetten Farbstoff. Färben sich Bakterien mit der Gram- Färbung dunkelblau an, spricht man von grampositiven Bakterien (z.B. Staphylokokken). Bakterien, die sich mit der Gram-Färbung rot färben, sind gramnegativ (z.B. E.coli). Man verwendet die Gram-Färbung vor allem zur Unterteilung bzw. Klassifizierung von Bakterien.
pathologisch
Krankhaft, abweichend von der Norm
Oesophagus
Speiseröhre bis zum Magen
Anus
After der vom Analring umgrenzte unterste Mastdarmabschnitt
Michi

Vitamin-B- und Mineralienmangel bei Chinchillas
Gerade Jungtiere und Chinchillas im Wachstum, aber auch Tiere mit Stress haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin-B und Mineralien. Selbst bei ausgewogener Trockennahrung und das Beifüttern von Obst (Äpfel, Trauben etc. ) kann das Chinchilla Mangelerscheinungen bekommen.

Da sich ein Vitamin-B-Mangel leider erst dann bemerkbar macht, wenn bereits ein kritischer Tiefstwert erreicht ist, besteht für das Chinchilla absolute Lebensgefahr !! Bringen Sie Ihr Tier sofort zum Tierarzt und weisen Sie ihn auf den Mangel hin. Oft werden auf Grund fehlender Erfahrung mit Chinchillas und deren Stoffwechsel Fehldiagnosen gestellt und auf einen instabilen Kreislauf behandelt, was unweigerlich zum Tod des Tieres führt, falls es nicht schnellstens seinen Vitamin- und Mineralienhaushalt wieder auf ein normales Niveau gebracht bekommt.

Symptome
Das Chinchilla zeigt erst dann Ausfallerscheinungen, wenn die kritische Marke schon erreicht ist. Plötzliches Taumeln und Unsicherheit beim Laufen sind die ersten Anzeichen. Insbesondere nach Anstrengungen wie z.B. beim täglichen Auslauf wird ihr Chinchilla ohne Vorwarnung bewusstlos und bricht zusammen. Sprechen Sie in diesem Fall das Tier sofort an und versuchen Sie unbedingt, das Tier wieder zu Bewusstsein zu bringen, andernfalls bekommt es einen Kreislaufkollaps mit Atemstillstand!! Das Chinchilla kann anfangen zu krampfen, ähnlich einem epileptischen Anfall, wobei die Krampfphasen bis zu einer Minute anhalten können. In dieser Phase versteift sich das ganze Tier, die Gesichtszüge verändern sich unkontrolliert und das Chinchilla ist nicht mehr Herr seiner Bewegungen. Auch wenn Sie in diesem Zustand gebissen werden, Ihr Chinchilla kann nichts dafür, denn es hat Todesangst. Nach einem Krampfanfall entspannt sich das Tier wieder für ca. eine halbe Minute bevor der nächste Krampfanfall kommt. Dieser Zustand kann bis hin zu mehreren Stunden anhalten, auch wenn es dazwischen zu etwas längeren Entspannungsphasen kommen kann. Lassen Sie sich nicht täuschen und in falscher Sicherheit wiegen falls Ihr Tier nicht mehr krampft, es stirbt ohne Ihre Hilfe. Falls Sie nicht sofort die Möglichkeit haben, zu einem Tierarzt oder Notdienst mit Ihrem Tier zu gehen, lassen Sie Ihr Chinchilla in dieser Zeit nicht alleine, es braucht Sie und Ihre Nähe zum Überleben !! Weisen Sie den Tierarzt unbedingt auf einen möglichen Vitamin-B-Mangel hin und lassen Sie dem Tier einen Vitamin-B-Komplex spritzen. Selbst wenn es sich um einen anderen Auslöser für die Krämpfe Ihres Tieres handeln sollte, schaden ihm die Vitamine nichts und stärken den Kreislauf.

Vorbeugung
Verabreichen Sie Ihrem Tier regelmäßig und zur Prophylaxe ein Vitamin-B-Kombipräparat über das Trinkwasser. Achten Sie bei der Auswahl des Präparates darauf, dass die Vitamine B1, B2, B6 und B12 enthalten sind. Bewährt hat sich der Multivitaminsaft Vitacombex NA für Nager der Fa. Pharmacia GmbH, der in jedem guten Tiernahrungsgeschäft in verschiedenen Größen erhältlich ist. Sie sollten die Flasche nach Anbruch lichtgeschützt und möglichst kühl, am besten im Kühlschrank, aufbewahren damit sich die enthaltenen Vitamine nicht zersetzen können und damit unbrauchbar werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Flasche nicht schon einmal geöffnet wurde und verbrauchen Sie die Tropfen nur, solange sie eine hellgelbe bis gelbe Farbe haben. Geht die Farbe der Tropfen in ein Dunkelgelb bzw. Ocker über, haben sich die Vitamine bereits zersetzt und nützen Ihrem Tier nichts mehr. Holen Sie in diesem Falle unbedingt ein neues Produkt. Die Tropfen können über das Trinkwasser verabreicht werden, sollten aber täglich frisch gegeben werden.
Dana

Erfahrungsbericht – Blasensand
Das Chinchilla verhielt sich normal, doch plötzlich war auf einem der Sitzbretter im Käfig eine ziemlich blutige Stelle. Nach Kontrolle beider im Käfig befindlicher Chinchillas konnten keine Bisswunden, oder ein- bzw. abgerissene Zehen entdeckt werden. Ohren, Augen, Nasen, Mundhöhle, Schwanz, Körper, ja selbst die Geschlechtsteile beider Tiere waren augenscheinlich in Ordnung. Nach längerem Beobachten der Chinchillas aus der Ferne, war dann eindeutig zu erkennen, das beim Urinieren des einen Tieres, deutlich Blut kam.

Abtasten bei TA ergab vorerst keine irritierten Innereien, erst nach einem Röntgen des Körpers konnte eine Verdichtung der Blase festgestellt werden. Die Diagnose Blasensand, was sehr selten bei Chinchillas vorkommt. Wären es Blasensteine, könnten diese nur mittels Operation entfernt werden, Blasensand hingegen geht während eines 7-tägigen Behandlungsablaufes wieder ab. Der Blasensand hat außerdem eine Blasenentzündung hervorgerufen, durch welche sich Blut in der Blase gesammelt hat. Nach zweitägiger Gabe von jeweils einer Antibiotika- und einer Elektrolytespritze wurde die Blase mittels Ultraschall kontrolliert, die Verdichtung der Blase ist weiträumig abgeklungen.  Es folgte dann eine 5-tägige Behandlung mit Antibiotika und einem darmschonendem Medikament, danach waren Blasensand und Blasenentzündung geheilt. Eine Kontrolluntersuchung einige Monate später ist angebracht!

Ursachen von Entstehung von Blasensand und in weiterer Folge Blasensteine
Chinchillapellets unterliegen leider keiner so strengen Untersuchung wie zum Beispiel Hundefutter, deshalb ist in vielen Pelletsmarken ein zu hoher Nährstoffanteil enthalten, welche von manchen Tieren nicht verwertet werden können und sich als vorerst Blasensand in der Blase absetzen. Es empfiehlt sich zwar genügend Pellets zu füttern, jedoch den Anteil von Heu zu erhöhen – also besser mehr Heu als Pellets. Das Chinchilla, bei welchem der Blasensand diagnostiziert wurde frisst gerne zu viel Pellets. Bei einer Diagnose von Blasensand sollte der Heuanteil im Futter und die Auslaufzeit erhöht werden, damit das Tier die Nährstoffe verwertet.

ACHTUNG – auf keinen Fall darf Kaninchenfutter, oder dergleichen gefüttert werden, zwar sind hier die Nährstoffe anders, doch damit richten sie mit Sicherheit grosse Gesundheitsschäden an ihrem Chinchillas an! Füttern sie Chinchillapellets - pro Tier ein Esslöffel pro Tag und Heu soviel die Tiere fressen, Heu kann nie zuviel sein!
Michi

Untersuchungsbilder Blasensand
Michi


Chinchilla wird rasiert


Das Gel für die Ultraschalluntersuchung wird aufgetragen


Die eigentliche Ultraschall-Untersuchung


Die eigentliche Ultraschall-Untersuchung